Mittwoch, 2. April 2014

So, hier isses schon- mein "inspiriert bei Schuhmacher"-Kleid (endlich mal wieder Tragefotos ;-))




Viel zu erzählen gibt es dazu ja nicht mehr.
Den Schnitt und die Entstehungsgeschichte hatte ich ja schon im letzten Post erwähnt.
Zum Stoff: Beide Stoffe sind aus unterschiedlichen Materialien. Der obere, schwarze Stoff hat eine kreppartige Struktur, ist fließend, aber sehr schwer fallend.
Der untere creme-farbene ist viel dünner und war auch leicht durchscheinend (den hatte ich mir ursprünglich mal für eine Bluse gekauft). Da ich das Kleid nicht abfüttern wollte, sondern lieber ein Unterkleid darunter tragen möchte, habe ich den creme-farbenen Teil einfach gedoppelt. Die Bruchkante ist somit gleich eine saubere Saumkante. Vor dem Doppeln habe ich die Bordüre mit transparenten Nylonfaden aufgenäht (ich weiß, Eindruck schinde ich damit nicht, aber es sollen diesen Sommer noch mehr Teile genäht werden und zum "mit-der-Hand-aufnähen" war ich auch zu faul). Der untere Teil ist ringsherum aus einem Stück und hat nur eine hintere Mittel-naht. Ich wollte nicht unnötig stückeln. Damit an dieser Stelle auch das Muster der Bordüre ordentlich zusammenpasst, habe ich die Saumweite entsprechend erweitert und angepasst. Somit erübrigten sich auch die im Schnitt vorgesehenen seitlichen Geh-schlitze.



Änderungen musste ich kaum vornehmen. Nur, wie immer, die Schulterbreite etwas verringert und wie schon erwähnt, die Saumweite erweitert.
Auf den Reißverschluss im Rückenteil, konnte ich aufgrund des komfortablen Ausschnittes und der Körper-umspielenden Form, verzichten.
Das ist auch, was mir an dem Kleid gefällt- eine lockere, nicht zu figurbetonte Form. Während das Vorderteil ziemlich gerade geschnitten ist und lediglich mit ein paar Brust-abnähern auskommt, wird das Rückenteil mit Taillen-abnähern auf Figur gearbeitet. Somit wirkt es nicht so kastig und hat eine schöne Silhouette, wie ich finde.

Alles in allem habe ich ca. 50,- Euro an Material inclusive Spitzenbordüre bezahlt. Das Original kostete ca. 12x so viel!

Dienstag, 1. April 2014

So gut wie fertig.....

bin ich mit meinem Kleid für die Osterfeiertage.

Den camelbeigen Kaschmirmantel habe ich vorerst beiseite gelegt. Die warmen frühlingshaften Temperaturen der letzten Wochen wirkten sich ganz schlecht auf meine Motivation aus, den Mantel nun endlich mal fertig zu machen. Ich mag zur Zeit keine Wollstoffe mehr anfassen- bähh!

Statt dessen habe ich mir ein neues Kleid genäht. Es ist jetzt nicht gerade ein Sommerkleid, aber für diese Übergangszeit ein ideales Nähprojekt und Ostern steht ja schliesslich auch vor der Tür.
Die Idee zum neuen Kleid ist nicht auf meinem Mist gewachsen, denn im letzten Sommer sah ich in einem Schaufenster ein Kleid von "Dorothee Schuhmacher" und war ganz angetan, deshalb nenne ich es auch mein "inspiriert bei Schuhmacher"-Kleid.

Leider fand ich im Netz kein Bild von diesem Kleid, nur die kürzere Version als Oberteil und in einer anderen Farbkombination. Die Machart war beim Kleid aber genauso, eben alles proportional ein wenig länger.

Der Schnitt, die Farben und diese Kombination aus Stoff und Spitze gefielen mir- der Preis des Kleides leider nicht. Das liess sich doch ganz einfach selber nähen. Der Schnitt war schlicht, Stoffe in den Farben besass ich bereits in meinem Fundus. Nur an der passenden Spitzenbordüre scheiterte bisher mein Vorhaben, mir dieses Kleid nachzunähen. Aber beim letzten Stoff-Shopping und Usertreffen im Vorarlberg bin ich dann auch endlich, bezüglich einer schönen Borte, fündig geworden.



Der Schnitt sollte ganz schlicht sein! Ich habe den Schnitt aus einer ganz alten Burda (Juni 2001- Nr.127) ausgewählt.


 Die Eingriffstaschen habe ich weggelassen, die tragen nur auf.
Das Kleid wurde in zwei Farbbereiche aufgeteilt. An der Unterkante der Taschenlinie den Schnitt geteilt.
Oben = Schwarz
Unten = Creme
und dann die schwarze Spitzenbordüre aufgesetzt. Diese Farbaufteilung und in der Kombination, mogelt optisch meine Problemzonen fast weg! Ich bin jetzt schon vom Kleid begeistert.


Hier ist schon mal ein kleiner Blick auf den Bereich. Wie man sieht- meine Bordüre ist fast doppelt so breit, wirkt aber von den Proportionen her sehr gut.
Heute Abend will ich das Kleid fertignähen, denn es fehlt nur noch der Beleg am Ausschnitt. Alles andere ist fertig und ich hoffe, ganz schnell noch Tragefotos nachliefern zu können.

Samstag, 15. März 2014

Stoff-Shopping und Burda-User-Treffen im Vorarlberg!

So, gestern war es endlich soweit. Das Treffen einiger Userinnen aus dem Burda-Forum im Vorarlberg. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut!

Eigentlich wären wir zu 7. gewesen. Leider mussten zwei Userinnen im letzten Moment noch absagen, was sehr schade war. Wir hoffen, es klappt beim nächsten Mal.

Morgens, kurz nach 7.00 Uhr ging es mit dem Auto nach Lustenau. Dort war unser Treffpunkt bei Patricia, einer Userin, die das ganze Treffen organisiert und uns alle zusammengebracht hatte (auf dem Bild ganz rechts zu sehen). Da sie dort wohnt, kannte sie sich natürlich bestens aus. Mir war gar nicht bekannt, wie viele Möglichkeiten man im Vorarlberg hat, um sein Geld für Stoffe auszugeben- Online-Shopping, adé- sage ich nur!

Zuerst fuhren wir zu "Josef Otten".
(Achtung, dieser Laden ist Samstags geschlossen!)

Dieser Laden war ein Traum, man konnte sich kaum für die richtigen Stoffe entscheiden. Es gab einfach zu viele schöne Stoffe. Wir wurden dort herzlich von Andrea, der Verkäuferin, empfangen, beraten und sogar mit Kaffee versorgt.
Sigrid (extra aus dem Tirol angereist und hatte somit die weiteste Fahrt von uns allen) hatte ein ganz tolles und für uns sehr interessantes Notiz-Büchlein, in dem sie alle geplanten Nähprojekte, samt technischer Zeichnung, Stoffverbrauch usw. notiert hatte. Das war eine tolle Idee und ich habe mir vorgenommen, mir etwas ähnliches zuzulegen, dann verzettelt man sich auch nicht gar so.
 In diesem Laden hatten wir uns die längste Zeit aufgehalten, denn wir konnten ja schließlich nicht alles kaufen und mussten gut abwägen, welche Stoffe mit nach Hause durften.

 Hier ist bei "Otten" nur der grösste Verkaufsraum zu sehen. Es gab noch zwei weitere Räume. Es gibt Leinen, Jerseys uni oder mit wunderschönen Motiv- und Bordürendrucke, Natürlich fand ich die Seidenstoffe am interessantesten, Es gab neben der Meterware (Preise unter 20 Euro/m) auch jede Menge Coupon-Stücke mit ca 1,5 m für unter 20 Euro.



 Diesen wunderschönen Jersey habe ich mir für ein Wickelkleid abschneiden lassen.
Nachdem wir alle glücklich und zufrieden den Laden wieder verlassen hatten, ging es zu "Heinrich Grossmann". Ein Laden, der sich auf Heimtextilien spezialisiert hat und unter anderem sehr schöne Spitzen-Bordüren verkauft. Hier habe ich mich mit solchen Bordüren für ein "inspiriert-bei-Schuhmacher-Kleid" in Creme und Schwarz eingedeckt.

Danach ging es erst einmal für eine kleine Stärkung zum Italiener. Die Geschäfte hatten nun sowieso Mittagspause und wir eine kleine Pause dringend nötig. Wir hatten dort so viel Spass mit dem Kellner, dass wir alle noch ein Dessert (auf Kosten des Hauses) spendiert bekamen. Auch wenn wir unseren Hauptgang nicht komplett geschafft haben, aber das Dessert ging noch rein ;-).

Inzwischen war es fast 14.00 Uhr und wir konnten uns zum nächsten Geschäft aufmachen. Nun ging es zum "Hofer-Hecht-Stickereien" in Lustenau. Ein Paradies für Stoffe der festlichen Kleidung. Hier findet man edelste Seiden, Taft, Spitzen, Seidensamt und vor allem wunderschöne und sehr ausgefallene Paillettenstoffe. Also, wenn ich mal etwas sehr edles und festliches an Nähprojekten vorhabe, muss ich unbedingt wiederkommen.


Diesen Bouclé, den Sigrid in den Händen hält, haben wir alle ganz toll gefunden- ein Chanel-iger, Schwarz-weisser Bouclé mit kleinen, zarten Satin-Schleifchen drauf- wunderschön, aber leider habe ich zur Zeit genug Bouclé-Stoffe zu Hause liegen.
Aber hier habe ich endlich mal einen hochwertigen und vor allem sehr zart wirkenden Spitzenstoff in Aubergine-Farbe erstanden. So etwas suchte ich schon so lange. Die meisten Spitzenstoffe finde ich entweder sehr billig aussehend, oder sehr auftragend, oder leider kaum bezahlbar. 

Und zum Schluss ging es noch zum "Sperger-Stoffe". Hier fand man die mit Abstand günstigsten Stoffe, viele wurden nach Kilo-Preis berechnet. Das war die reinste Stöberstube, auf zwei Lagerhallen aufgeteilt. Ich habe mich ein bisschen wie auf `nem türkischen Basar gefühlt. Aber mit geschultem Auge fand ich auch hier ein paar hochwertige Schätze, wie z.B. eine wollige, creme-farbene Chanel-Borte für 1,90 Euro/m. Da habe ich natürlich gleich 10 Meter mitgenommen.


Danach war dann auch Schluss, wir ein klein wenig erschöpft und mein Budget aufgebraucht, sonst hätte ich noch die Freibetragsgrenze beim Zoll überschritten.

Wir haben zeitlich natürlich nicht alle Geschäfte bzw. Fabrikverkäufe aufsuchen können und mussten Prioritäten setzen. Da gibt es noch ein paar weitere tolle Läden, laut Patricia. Aber wir waren auch so glückselig mit unseren "Jagdtrophäen" 


Zum Schluss ging es nochmal auf einen Kaffee und kleinen Plausch zu Patricia, genossen den herrlichen Käsekuchen, den sie extra für uns gebacken hatte.

 Dort packten wir auch alle noch einmal voller Stolz und Zufriedenheit unsere Errungenschaften aus.

 Eigentlich wollten wir hier ja noch unsere "Shopping-Queen" krönen, aber Herr Kretschmer hatte leider keine Zeit für einen kurzen Besuch ;-).
17.30 Uhr ging es dann für uns alle wieder Richtung Heimat.

Es war ein wunderschöner Tag bei herrlichstem Sonnenwetter, mit ein paar supertollen Stoffkäufen und vor allem ein paar wundervollen, Näh- und Stoff-begeisterten Frauen. Das hat so gut getan, sich mit Gleichgesinnten einen schönen Tag zu machen. Ich bin jederzeit für eine Wiederholung zu haben!

Liebe Leserinnen, ich wünsche Euch ganz herzlich noch ein schönes Wochenende (Ihr könnt Euch bestimmt denken, was ich an einem trüben Sonntag machen werde ;-)),

Eure Sabine

Samstag, 8. März 2014

Das erste richtig warme Frühlingswetter....

... haben wir gestern für einen kleinen Ausflug südlich der Alpen, nach Monza, genutzt.
Während ich hier oben in den Bergen immer noch mit dickem Daunenmantel und schneesicherem, globigem Schuhwerk rumlaufen muss, genoss ich es gestern mit leichten Halbschuhen und nur mit einem Pulli bekleidet bei fast 20°C in Monza`s Altstadt zu bummeln und in Strassencafés das tolle Wetter zu geniessen.

 Ich habe mir natürlich, näh-technisch gesehen, wieder viele Inspirationen geholt.
 Auch einen Stoffladen habe ich entdeckt, bin aber nicht hinein gegangen, da ich im Schaufenster schon schlichten, dünnen uni-farbenen Seidensatin für 90 Euro/m und Bouclé für 140 Euro/m gesehen habe.
Aber wer sich von solchen Preisen nicht abschrecken lässt, die Bouclés waren auch wunderschön.

Auf dem Rückweg von Monza nach Como sind wir absichtlich Landstrasse gefahren, da ich schon lange Mal in 
 dieses Stoffgeschäft rein wollte. Bisher sind wir immer nur vorbei gefahren, aber mein Mann war an diesem Tag gut drauf, hielt ohne zu murren dort an und zeigte auch im Geschäft viel Geduld.

                                                                 TESSUTI RAPONI SAS
                                                                   via Montorfano Nr. 37
                                                                 22032 Albese (Como) / Italia
                                                           (direkt am Kreisel auf der Landstrasse Como-Bergamo)

 Der Laden mit seiner riesigen Schaufenster-front fällt jeder Stoff-süchtigen sofort ins Auge. Auf diesem Foto ist nur der Eingangsbereich zu sehen.
Beim Eintreten war ich erstmal überwältigt- der Laden ist riesengroß, man fühlt sich wie im Paradies.

In der Mitte der Räumlichkeiten stehen unzählige Körbe mit jeder Menge Stoffresten (die aber immer mindestens 1,5m betragen. Diese Stoffreste bezahlt man nach Gewicht (für 100 gr meistens 2 Euro).

                               Das war der Bereich mit den hochwertigen Wollstoffen.

 Das war hier für mich der interessanteste Bereich- eine ganze Wand voll mit Seidenstoffen und edelster Spitze.
Hier auf dem Foto sind die ganzen Baumwollstoffe aufgereiht- vom Quiltstoff, über Dekostoffe bis hin zu feinsten Hemden-Stoffen.

Und hier sind die ganzen Rollen mit Jerseys zu sehen, von "Punta di Roma" bis hin zu toll gemustertem Viskose-Jerseys findet man auch hier alles. Hier hat es sich besonders gelohnt, auch mal in den Restekörben zu stöbern.

Es gab auch jede Menge Mercerie-Artikel und besonders die Knopf-Ecke war toll. Hier war das Angebot zwar nicht riesig, aber es gab sehr viele verschiedene Chanel- und Versace-Knöpfe.

 Ich habe mich für diese hier entschieden. Die Preise für Chanel-Knöpfe lagen so zwischen 5-8 Euro/Stück. Bei den Stoffen habe ich mich ein wenig zurückgehalten, denn nächste Woche ist schon wieder Stoff-Shopping angesagt. Da treffe ich mich mit ein paar anderen Userinnen (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommend) aus dem Burda-Forum im Vorarlberg und da wollen wir uns einen schönen Tag machen und dort auch ein paar Fabrikverkäufe besuchen. Da freue ich mich schon riesig drauf.

Also, wer mal am Comer See Urlaub macht oder sonst irgendwie in dieser Nähe ist und immer nach schönen Stoffen Ausschau hält, dem kann ich einen Besuch dort sehr empfehlen. Das einzige, was ich allerdings dort etwas vermisst habe, waren schöne Bouclé-Stoffe. Aber vielleicht hätte ich auch einfach mal danach fragen sollen, denn der Laden besitzt ein mindestens ebenso großes Lager.

Und natürlich musste ich mir am Kiosk noch die aktuellen Schnittmuster-Hefte + den neuen "Moda Marfy"-Katalog besorgen. Der "Marfy"-Katalog hat mich dieses Mal sehr angenehm überrascht, denn hier sind 20 kostenlose Schnittmuster enthalten und da sind ein paar sehr schöne darunter. Sonst gab es deutlich weniger Muster inklusive. Da schmerzt der doch recht hohe Preis für den Katalog nicht gar so.

An meinem Mantel bin ich diese Woche leider noch kein Stück weiter gekommen. Es war zuviel anderes los.
Ich möchte aber nicht versäumen, allen Kommentatorinnen vom letzten Post ganz herzlich zu danken!!!
Ich habe mich entschieden, dass die Taschenbeutel nochmal rauskommen und ich beide Beutel-Teile aus Futter-Satin  nähen werde und diese dann unbedingt am Beleg von innen fixieren muss, damit die Taschen nicht aufklaffen und ordentlich liegen bleiben. Der Mantelvelour, der am Eingriff noch mit Vlies verstärkt ist, ist einfach zu dick dafür. Ich kann auch nicht mit gut Bügeln und Pressholz nachhelfen, da sich Nahtzugaben sofort bei dem Flor durchdrücken. Die Beulen entstehen direkt ober- und unterhalb des Eingriffs, weil da die Nahtzugaben etwas leicht abstehen (zurückgeschnitten hatte ich sie schon, soweit es möglich war).
Leider muss ich für diese Änderung nochmal das Futter am Saum auftrennen. Aber was soll`s! Gut Ding will eben Weile haben ;-)!

Ich wünsche Euch allen noch ein schönes Restwochenende! Apropos, Wochenende! In Monza habe ich in einem Schaufenster eine Handtasche mit diesem lustigen Spruch entdeckt, den ich manchmal so zutreffend finde:

                                 In diesem Sinne, genießt das Wochenende und das tolle Wetter!
                                                 
                                                               Bis bald, Eure Sabine!

Sonntag, 2. März 2014

Mein "inspiriert bei MaxMara"-Mantel (der Zweite)

Auch wenn mir zur Zeit eher nach Frühlingsgarderobe nähen ist, steht erst mal noch ein warmer Mantel aus reinem Kaschmir auf dem Plan. Den brauche ich jetzt dringend und der Winter wird hier oben in den Bergen ja bekanntlicher Weise noch ein wenig ausharren.
Eigentlich hatte ich einen dunkelgrauen Kaschmirmantel geplant und mir auch den passenden Stoff inclusive Original-MaxMara-Futter in einem Online-Shop bestellt. Doch wie es oftmals bei Online-Bestellungen vorkommt, entsprach der Stoff dann doch nicht meinen Vorstellungen. Der als "Mantelware" ausgewiesene Kaschmir-Stoff war für mein Vorhaben viel zu dünn. Das Material war höchstens für einen frühlingshaften Mantel geeignet. Also musste ich mal wieder umdisponieren. In meinem Fundus lagert schon seit vielen Jahren ein camelbeiger Kaschmirstoff und wie Ihr ja wisst, ist Camelbeige nicht unbedingt meine Farbe. Aber was soll`s. Er lässt sich prima mit meiner vorhandenen Garderobe kombinieren und man kann ja schliesslich wieder mit Schals und Tücher in Gesichtsnähe arbeiten.
Egal, bei welchen grossen Designern man sich diesen Winter umgeschaut hat, man sah überall schlichte, gerade geschnittene, kragenlose Mäntel- natürlich auch bei MaxMara! Da mein Stoff der typische MaxMara-Mantelstoff ist, erklärt sich nun auch der Posttitel.

Für meinen Mantel habe ich den Schnitt aus der Burda 03/2012- Nr.110 gewählt:

 Bildquelle: Burda
 Bildquelle: Burda

Für den Mantel wurde natürlich erstmal ein Probemodell gemacht. Das passte schon mal sehr gut. Lediglich die Schulterbreite wieder ein klein wenig verschmälert und am Hüftumfang musste ich noch ein paar Zentimeter hinzufügen, damit auch noch ein dickerer Pulli darunter passt.
Damit der Mantel schön warm hält, wurde ein leichtes Steppfutter eingenäht.
Der Mantel soll mit seiner Schlichtheit wirken, daher keine Knöpfe und Knopflöcher, sondern nur ein paar grosse Druckknöpfe. Ich bin noch ein wenig am Überlegen, wie ich die Stiche an den Druckknöpfen platziere, denn sie sollen durchgestochen und von aussen dann sichtbar sein.


Der Korpus ist bereits fertig und nun geht es an die Ärmel.

 Hier ist mal wieder die Farbe nicht naturgetreu  getroffen worden.

Was mich an diesem Mantel auch hier wieder nicht zufriedenstellt, sind die blöden Nahttaschen. Wie man auf dem Foto an der rechten Seite gut erkennen kann, bilden sich dort unschöne Dellen, wenn die Taschen ein klein wenig verrutschen. Die Nahttasche klafft auch schnell unschön auf. Ich werde die Taschen auf jeden Fall noch an der Innenseite des Belegs fixieren, damit sie immer an der richtigen Stelle liegen und sich nichts abzeichnet. Ich habe aber das Gefühl, dass damit das Problem noch nicht vollständig behoben ist. Ich bin am Überlegen, die Taschenbeutel aus Kaschmirstoff wieder rauszutrennen und dafür einen farblich passenden Satinstoff zu nehmen. Dann sind die Taschennähte dünner, aber am Eingriff wird dann der Satin auch ein wenig Einblick geben. Aber ich denke, dass ist die bessere Lösung.

Sonntag, 9. Februar 2014

Zwei Winterröcke!

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass auch zwei neue Winterröcke entstanden sind.
Dieses Mal habe ich nur Bilder an der Schneiderbüste für Euch, denn da gibt es noch ein klitzekleines Problem, warum ich sie bis jetzt immer noch nicht getragen habe- ICH HABE NICHTS PASSENDES  ZUM ANZIEHEN ;-). Mir fehlen Oberteile genauso, wie Jacken dafür. Entweder passt der Schnitt nicht, oder die Länge harmoniert nicht, sind zu sportlich und so weiter und so fort. Aber das kommt noch! Geht ja nicht immer alles auf einmal.
Hier erstmal die Röcke:

 Rock 1) ist ein leicht ausgestellter Rock aus einem Wollkrepp-Coupon. Darauf sind Gräser und Blumen abgebildet. Die Grundfarbe des Stoffes ist ein Oliv-Khaki, was mir natürlich nicht gut zu Gesicht steht. Aber Bordeaux geht, diese Farbe wiederholt sich in den Blumen. Leider besitze ich nur dieses Shirt in der Farbe und das gefällt mir überhaupt nicht dazu- sieht so altbacken aus! Also, muss ich mir noch ein passendes Oberteil in der Farbe nähen, weiss aber noch nicht was.

Der Schnitt ist selbst erstellt, also kein Schnittmuster.


Der 2. Rock ist ein Volantrock aus grauem Wollflanell. Dieser Rock ist aus einer älteren Burda vom 10/2003-118A. Rong hat diesen Rock bereits genäht und vorgestellt und hat mich damit sofort begeistert.



 Genau wie Rong es beschreibt, war auch bei mir die Passe in der Spitze zu tief, dadurch ergaben sich Beulen im Vorderteil. Hier musste ich an der Spitze der Passe ca.2,5 cm wegnehmen, dann passte es. Das rückwärtige Rockteil habe ich gänzlich anders gearbeitet und einen einfachen Rock-Grundschnitt dafür genommen. Der Originalschnitt sieht auch hier wieder eine Passe dafür vor, aber die Passe hätte den Po so sehr betont, das wollte ich vermeiden, daher die schlichte Variante.

Laut Anleitung wird der Rock nur im oberen Teil unterfüttert, die Volant bleibt also ungefüttert. Da hatte ich so meine Bedenken, ob dass nicht beim Tragen mit einer Wollstrumpfhose hochkrabbelt. Deshalb habe ich alles komplett abgefüttert. So konnte ich den Saum der Volant gleich sauber verstürzen und man sieht so keine Naht.

Die Volant ist eigentlich in der Länge asymmetrisch geschnitten. Im Original war sie mir hinten viel zu lang. Vorne ist sie am kürzesten und hinten am längsten. Ich habe sie nun in einer einheitlichen Länge gearbeitet und zwar habe ich bei der Volantlänge genau den Mittelweg zwischen kurz und lang gewählt. Für diesen Rock möchte/muss ich mir noch eine kürzere Jacke nähen. Schnitt und Stoff liegen schon parat.

Sonntag, 2. Februar 2014

Schluppenbluse aus reiner Seide (McCall`s 6793)







Diese Bluse war ein ziemlich harter Brocken, was man auf den ersten Blick gar nicht vermutet hätte. Ich dachte, dass wird ein schnelles Projekt für zwischendurch. Doch an der Passform stimmte so ziemlich nichts und so habe ich immer wieder fleißig getrennt, abgeändert und mich peu à peu vorgearbeitet, um noch ein einigermaßen tragbares Modell zustande zubringen.
Eigentlich wollte ich mir ja das Modell B, mit der Volant am Saum nähen. Aber da ich nur 2,20 m Seide zur Verfügung hatte und dieses Modell einen Stoffverbrauch von ganzen 3,10 m vorsieht, musste ich die schlichtere Form wählen.
Dieser Schnitt fällt SEHR groß aus und ich musste nach der ersten Anprobe nochmal stark verkleinern. Passzeichen passten irgendwie fast nie. Schultern wurden um je 2 cm verschmälert, Ärmel nochmal um 3cm gekürzt, damit es auch wirklich eine 3/4 Länge ist und nicht nach Hochwasser aussieht. Die Kräuselung am Ärmelbündchen gleichmäßig verteilt, dadurch passten auch hier die Passzeichen absolut nicht mehr überein.
Aber das Schlimmste an diesem Schnitt sind für mich die fehlenden Brustabnäher. Dadurch gerät die ganze Bluse ausser Form und der Stoff kippt an den Seitennähten ab und schlägt dort Falten. Leider war ich bei dem doch recht einfachen Schnitt etwas zu optimistisch und hatte auf ein Probemodell verzichtet- das war ein Fehler, denn so hätte ich die Abnäher noch einfügen können!
Na ja, es ist noch eine legere und tragbare Bluse daraus geworden, aber er wird definitiv keinen Platz in meiner Schnittmustersammlung finden, da gibt es bessere Alternativen.
Der Stoff ist ein Seidensatin und ich habe auch hier wieder die matte Seite nach außen und die glänzende Seite nach innen verwendet. So wird die Schlichtheit des Modells nochmal zusätzlich unterstrichen und lässt sich auch im Alltag öfter tragen, ohne gleich zu overdressed zu wirken.